Bild: Ernteanteil 2021 Honigglaeser

Deutschland ist das Land der Beutenvielfalt. Nirgendwo sonst gibt es derart viele Variationen in Kistengrößen und Rähmchenformaten. Und nirgendwo wird so intensiv darüber gefachsimpelt, welche Kiste die Beste sei. Die Wissenschaft belegt in Studien: Den Bienen ist es egal. Sie beurteilen die Qualität einer Behausung nach drei Kriterien: Ausreichend Volumen, Trockenheit und ein großes Trachtangebot im Umfeld.

Imkern im Warmbau in Norddeutschland

Ich imkere im Warmbau, das bedeutet 12 Rähmchen hängen hintereinander und quer zum Flugloch. Ich benutze das Deutschnormal-Rähmchenmaß (DNM). Das im Nordosten Deutschlands traditionell noch sehr häufig genutzt wird. Und ich imkere ohne Absperrgitter, so dass die Bienen in der ganzen Beute, also über alle Zargen brüten und Honig einlagern könnten. Meistens nutzen meine Völker die ersten zwei Zargen zum Anlegen des Brutnestes und lagern darüber in Zarge 3 und 4 usw. den Honigvorrat des Sommers, meinen/unseren Ernteanteil, ein.

Der Vorteil dieser Betriebsweise, die Bienen werden nicht künstlich eingeschränkt. Das kleine Rähmchenformat und der Warmbau schohnt meinen Rücken. Denn eine volle Zarge mit Honig wiegt 20 Kilogramm, der Warmbau erlaubt mir die vollen Honigrähmchen einfach von hinten weg ohne Brut herauszunehmen. Das Brutnest über zwei zargen erleichtert mir die Schwarmkontrolle, denn ich brauche es nur auseinander kippen und sehe die schwarmzellen gut. Und im Sommer ist die Wabenhygiene einfach in dieser Art der Völkerführung. Die untere Zarge ist irgendwann leer, da das Brutnest nach oben wandert und die alten Rähmchen können raus und eingeschmolzen werden.

Zu guter letzt, zwölf Rähmchen pro Zarge lassen Raum für ausreichend Winterfutter, auch bei Jungvölkern, die im ersten Jahr häufig noch auf einer Zarge überwintern.

Imkern nach Biokriterien

Zudem halte ich mich an die Richtlinien der Europäischen Bio-Verordnung: Das heißt, ich imkere in Holzbeuten, meine Standortwahl ist immer naturnah und so gut ich das einschätzen kann, Stichwort Kleingartenanlage, pestizitfrei. Ich behandle gegen die Varroamilbe, dem größten Schädling der Honigbienen, nur mit organischen Säuren und durch regelmäßiges Teilen der Völker, verwende überwiegend Naturwabenbau und erzeuge so einen Eigenwachskreislauf. Ich wandere selten und nicht weiter als 15 km und bevorzuge eine Tierhaltung ohne Absperrgitter für eine möglichst natürliche Volksentwicklung des Biens.

Dazu erfülle ich ein paar zusätzliche Kriterien bei der Varroabehandlung der Bienen über EU und die Bioland-Verordnung hinaus:

  • Ich behandle auf gar keinen Fall die Bienen mit ätherischen Ölen, um den Eintrag dieser in den Wachskreislauf und damit in den kommenden Honig sicher zu unterbinden.
  • Und ich töte keine gesunde Bienenbrut durch Verfahren, wie die totale Brutentnahme im Rahmen der Varroabekämpfung.

Geprüfte Qualität – Höherer Preis – Qualitätskontrolle, die sich lohnt

Honigqualität ist mir wichtig. Darum lasse ich die größte Ernte eines Jahres mittels Einsendung einer Honigprobe an einem anerkannten Bieneninstitut analysieren, 2021 am Bieneninstitut Celle.

Hier werden der niedrige Wassergehalt und die Honigbestandteile nach ihren Herkunftspflanze untersucht. So kann ich sicherstellen, das auch drin ist, was drauf steht und gleichzeitig das regionale Nektar- und Pollenangebot am Bienenstand für das nächste Jahr einschätzen und im Blick behalten.

Pro Saison kosten die Honiganalysen je nach Anzahl der Standorte zwischen 80 bis 260 Euro extra und das schlägt sich in einem höheren Honigpreis nieder.

  • 2021 lag der Ernteanteil Honig bei etwa 20kg pro Volk (unterdurchschnittlich, aufgrund des kalten Frühjahres)