Das Abenteuer Bienen beginnt

Januar / Februar / März 2020

Kurz vor dem ersten „Corona-Lockdown“ konnte ich an drei Wochenenden erfolgreich noch einmal einen Imkerinnen-Kurs beim Imkerverband Mecklenburg-Vorpommern absolviert. Zum einen lernt sich immer etwas Neues und zum anderen besteht nur mit diesem Zertifikat als Imkerin die Möglichkeit Fördermittel des Landes zu beantragen. Die Imkerei ist spätestens wenn es zur Honigernte kommt, kein günstiges Hobby. Um die 1400 Euro im Jahr kostet ein Volk. Teurer geht es natürlich immer.

Der Kopf rauscht noch von der ganzen Theorie und schon beginnen langsam aber sicher die Vorbereitungen auf die Ankunft der Jungbienen-Völker.

Honig-Bienen sind wie Hühner, Pferde und Rinder Nutztiere und so müssen sich Imkerinnen beim Veterinäramt und bei Tierseuchenkasse anmelden und ihre jährliche Abgabe zahlen. Erledigt.

Und wie das Wort Tierseuche schon suggeriert, ja, Bienen haben natürliche Feinde, vor denen Sie die Imkerin aktiv beschützen muss, das nennt sich „behandlungspflichtig“ im Amtsdeutsch. Das ist vor allem die Varroa-Milbe. Ein Parasit der jedes Jahr schon die Brut in der Wabe befällt und sich vom Bienenkörper nährt. Mit demWachsen des Volkes, wächst auch die Zahle der Milben über das Bienenjahr rasant. Die Imkerin muss handeln. Also gilt es jetzt bereits die Medikamentenversorgung 2020 zu planen. Die Behandlung kann mit natürliche Säuren, wie der Ameisensäure und der Milchsäure erfolgen. Dies empfiehlt auch die europäische Bio-Verordnung.
Und da fachlicher Austausch immer hilfreich ist, trete ich dem Imkerverein Neustrelitz e.V. bei. So kann ich mich auch an Sammelbestellungen für Medikamente und Winterfutter beteiligen. Das wäre es für Januar und Februar 2020 erst einmal.

Der Winter war mild und das Frühjahr 2020 kommt recht entsprechend auch sehr milde daher.
Februar 2020: Die Haselnuss hat schon Anfang des Monats geblüht und läutete die erste Phänologische Jahreszeit den Vorfrühling ein. Kein Eis zum Schlittschuhlaufen auf dem Zierker See.
Nun beginnen bei meinem Imkerpaten die Wirtschaftsvölker damit, sich aus der wärmenden Wintertraube zu lösen, ab 9 Grad Außentemperatur ihre ersten Rundflüge zu wagen und den Haselpollen für die neue Brut zu sammeln. Die Königin beginnt wieder mit der Eiablage und die Völker beginnen langsam zu wachsen.


März 2020: Es folgte recht schnell die Saalweidenblüte, der Erstfrühling ist da. Jetzt gibt es endlich Nektar und reichlich Pollen. Die Völker wachsen üppig. Alle drei Wochen schlüpft ein neuer Brutsatz. Das sogenannte „Auswintern“ beginnt, es kommt bald mehr Futter rein als verbraucht wird.

Am Bienenenstand: Bald wird es wärmer und das Saatgut für die Bienenweide kann am zukünftigen Bienen-Stand ausgebracht werden. Ich streiche Beuten, bereite die Rähmchen für die Völker vor. Und dann kommen sie hoffentlich Ende April, Anfang Mai – meine Ableger. So heißen die jungen Völker. Zwei davon werden dann auf meinem Stand ihr erstes Jahr verbringen und sich mit Nichts anderem als mit dem wachsen und stark für den Winter werden beschäftigen. Ich freue mich drauf.

Bis bald, Iris aus der Imkerei


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Isy

Iris Wessolowski - Imkerin, Natur- und Gartenenthusiastin, Wissenschaftspodcasterin

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